Willkommen zu meiner kleinen Reiseabenteuer-Serie “Afrika-Abenteuer 2024”! Für mich war diese langersehnte Reise der Auslöser, diesen Blog zu starten und wieder mehr über für mich wichtige Themen – besonders Naturschutz – zu schreiben. Für alle, die mich noch nicht kennen, möchte ich daher hier mit einer kurzen Einleitung zu meinem Hintergrund anfangen, und wie ich überhaupt auf die Idee zu dieser Reise gekommen bin. Danach werde ich kurz auf die Reisepläne eingehen, bevor der nächste Teil der Serie dann mit der Reise an sich beginnt. Falls ihr aber keine Lust auf den Hintergrund habt, sondern lieber direkt in die Erzählungen aus Südafrika starten wollt, dann könnt ihr direkt zu Tag 1 springen.

Ausblick über den Hluhluwe-iMfolozi Nationalpark (© Cornelia Hebrank, 2013)
Ausblick über den Hluhluwe-iMfolozi Nationalpark (© Cornelia Hebrank, 2013)

Warum Wildlife Volunteering in Afrika?

Also erstmal kurz zu mir. Ich habe ursprünglich Biologie studiert, auch wenn ich heute leider nicht mehr in dem Bereich arbeite, und hatte meine ersten Erfahrungen mit Afrika, speziell Südafrika, während meiner Studienzeit. Mir war es damals wichtig, schon möglichst früh praktische Erfahrungen zu sammeln und so suchte ich nach einer Möglichkeit, etwas mehr über die Forschung an Wildtieren zu lernen. Dabei stieß ich auf den Knysna Elephant Park an der Garden Route in Südafrika, bei dem man als Volunteer bei der Forschung zum Verhalten der Elefanten beitragen konnte. Das war meine erste Reise nach Afrika, nur für wenige Wochen und noch sehr unerfahren mit 21 Jahren.

Das war damals schon ein sehr besonderes Erlebnis für mich, und schnell stand fest, dass ich noch häufiger nach Afrika wollte. Im Rahmen meines Gap Years zwischen Bachelor und Master war ich für über drei Monate in Südafrika und Simbabwe, und auf dieser Reise war ich das erste Mal als Volunteer bei Wildlife ACT. Dort die Hyänenhunde (African Wild Dog) kennenzulernen war ein ganz besonderes Erlebnis für mich und ich war fasziniert von dem Hintergrund der Organisation, die damals wie jetzt beim Schutz von Nashörnern und anderen bedrohten Arten mithilft.

Später, als ich meinen Master in Animal Behaviour in England machte, kam ich auf die Idee, dass die Hyänenhunde mit ihrer besonderen sozialen Struktur wunderbar für meine Masterarbeit geeignet wären. Es brauchte nicht viel Nachfragen und schon war mein Thema geklärt und ich konnte ein weiteres Mal in den Flieger nach Afrika steigen – für zwei Monate mit Wildlife ACT, in denen ich die Daten für meine Masterarbeit sammelte, und dann weitere zwei Wochen auf eine Studienreise meiner Uni nach Tansania. Wieder war es ein wundervolles, wenn auch zeitweise anstrengendes und nicht ganz einfaches Erlebnis.

Danach änderte sich so einiges. Eigentlich war mein Plan gewesen, direkt einen PhD/Doktor an meiner englischen Uni zu machen, aber durch äußere Umstände wurde das unmöglich und ich musste meinen bisherigen Plan zu meinem weiteren Leben nochmal umwerfen. Bis ich dann wieder genug Geld zusammen hatte, um den nächsten Urlaub nach Afrika zu unternehmen, war 2020, und ein unfreundliches Virus machte mir einen klaren Strich durch die Rechnung. Entsprechend hatte ich schon lange auf die Gelegenheit gewartet, endlich wieder nach diesen wundervollen Tieren zu sehen, die ich gerne als “meine Hundis” bezeichne, und wieder mehr davon mitzubekommen, wie es mit dem Naturschutz auf dieser unteren, direkten Ebene so aussieht.

Eine Gruppe Hyänenhunde (African Wild Dogs) auf einem der Wege (© Cornelia Hebrank, 2013)
Eine Gruppe Hyänenhunde (African Wild Dogs) auf einem der Wege (© Cornelia Hebrank, 2013)

Und wie soll die Reise aussehen?

Mit diesem kurzen Ausflug in meine Vergangenheit möchte ich nun nicht länger warten, um zum spannenden Teil überzugehen: der Reiseplanung für dieses Jahr. Am liebsten wäre ich natürlich wieder für einen möglichst langen Zeitraum, aber mindestens einen Monat, geflogen, aber leider ist das im Arbeitsleben nicht mehr so leicht möglich wie früher an der Uni. Daher durften es dieses Mal nur drei Wochen werden, damit auch nach der Reise noch ein bisschen was vom Jahresurlaub übrig ist. Da ich offensichtlich aber wieder zu Wildlife ACT wollte, und man dort nur in Abschnitten von zwei Wochen mitmachen kann, machte das die Sache etwas schwieriger. Für die lange An- und Rückreise wären zwei Wochen aber auch etwas kurz gewesen, also wollte ich dann zumindest noch ein paar Tage extra bleiben und die Gegend genießen und weiter erkunden gehen (was ich mir auf den früheren Reisen zumindest in dieser Gegend nicht leisten konnte).

Auch sonst haben sich meine Umstände mittlerweile etwas geändert und so würde ich dieses Jahr zum ersten Mal nicht mehr alleine reisen, sondern mit meinem Freund Sebastian. Nachdem ich schon so viel von “meinen Hundis” erzählt und er schon so viele Bilder gesehen hatte, wollte er nun auch mal die echten Tiere erleben dürfen, und für zwei Wochen war er auch beim Volunteering dabei. Entsprechend war die restliche Planung gleich etwas einfacher: wir würden uns nach der “Arbeitszeit” einfach noch ein paar Tage Entspannung zu zweit gönnen und dafür eine hübsche Lodge aussuchen.

Damit war die grobe Planung getan und als nächstes stellte sich die Frage, wann die Reise stattfinden sollte. Da wir beide generell beliebig Urlaub nehmen können, fragte ich bei Wildlife ACT an, zu welchen Zeiten sie am wenigsten ausgebucht waren und noch am besten Unterstützung gebrauchen könnten. Daraus ergab sich dann auch die zeitliche Planung für Mitte April bis Anfang Mai, was mir auch vom Wetter her – um diese Zeit ist in Südafrika Herbst – sehr gelegen kam. So gerne ich auch in Afrika bin, ich bin kein großer Fan von Hitze und würde daher nur im Ausnahmefall im afrikanischen Sommer reisen wollen. Meistens war ich bisher eher im Winter und frühen Frühling unterwegs, und so schätzte ich den Herbst als recht angenehm temperiert ein.

Entsprechend ergab sich die folgende Planung für unsere Reise: da dort die Flüge samt Anreise zum Flughafen für uns am günstigsten waren (zumindest als durchgehende Flüge ohne Zwischenstopp mitten in der Nacht), ging es am 14. April morgens in München los, von wo aus wir über Amsterdam nach Johannesburg fliegen würden. Dort war dann eine Übernachtung in einem Hotel direkt am Flughafen geplant, bevor es am Montag, 15. April, per Regionalflug nach Richards Bay weiterging, wo wir vom Transportservice von Wildlife ACT eingesammelt werden würden. Dann kamen die zwei Wochen Volunteering, mit möglichst vielen Hyänenhunden und tollen Erlebnissen, bevor uns der gleiche Transportservice wieder in Richards Bay absetzen würde. Dort würden wir dann einen Mietwagen einsammeln, um zur ausgesuchten Leopard Walk Lodge nordöstlich von Hluhluwe zu fahren. Die Lodge hat einen Fokus auf die Renaturierung des dort, am Rande des iSimangaliso Wetland Park vorkommenden Sand Forest-Ökosystems und liegt in einem kleinen privaten Reservat. Nach einem dreitägigen Aufenthalt würden wir uns dann wieder auf den Rückweg machen müssen, via Richards Bay, Johannesburg und Paris, um dann am Morgen des 3. Mais wieder in München zu landen und von dort aus nach Hause zu fahren.

Für mich war auch das Ziel der Reise schon ab Beginn der Planung offensichtlich: ich wollte die Hunde wieder sehen und hören, wie es meinen geliebten Rudeln ergangen war und was der aktuelle Stand ihres Schutzes war. Außerdem interessierte mich auch, ob meine Monitors von damals noch vor Ort waren und was sich generell in der NGO getan hatte, die ich über die Jahre zwar unterstützt, aber nur noch grob verfolgt hatte. Außerdem freute ich mich schon sehr darauf, meinem Freund direkt zeigen zu können, was einen so großen Teil meiner Vergangenheit ausmacht und zu sehen, wie ihm der afrikanische Busch und die Naturschutzarbeit dort so zusagen würde. Damit war die Vorfreude vorprogrammiert und die Details konnten geplant und die Taschen gepackt werden…

Und jetzt weiter zu Tag 1?


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Frau mit Telemetrie-Equipment (© Sebastian Sperling, 2024)

Ich bin Conny und aktiv im Naturschutz unterwegs. Mit meinem Hintergrund in Biologie und Informatik schreibe ich über verschiedene Themen, die mir wichtig sind und die mir Spaß machen.

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