Wer schon ein paar meiner Blogeinträge gelesen hat, der weiß, dass ich sehr vielseitig interessiert bin und immer gerne wieder neue Dinge ausprobiere und erlebe. Und so kommt es, dass ich nach einem Gespräch mit meiner Mama einen wunderbaren Gutschein zum Geburtstag bekommen habe – für einen Erlebnistag als Falkner!

Tatsächlich habe ich vor mehr als zehn Jahren schonmal in diese Art des Tiertrainings reinschnuppern können und war damals noch in Lenggries für einen Nachmittag in den Genuss der wundervollen Greifvögel gekommen. Mit etwas Suche fand meine Mama den umgezogenen Falkenhof wieder und siehe da – man kann immer noch für einen Erlebnistag vorbeikommen. Dieses Mal wollten wir aber zu zweit gehen – scheinbar habe ich meinen Freund Sebastian auf der Afrikareise noch etwas mehr mit dem Tier-Virus infiziert 😉

Auf jeden Fall hatten wir uns schnell einen passenden Termin im August rausgesucht und fuhren dafür ab in den Süden von München, um uns einen spannenden und schönen Tag zu machen…

Wie besser anfangen als mit einem Adler?

Als wir morgens ankamen, trafen wir die anderen drei Teilnehmer gleich hinterm Haus und durften für eine kurze Einführung Platz nehmen. Gemütlich hörten wir uns die wichtigsten Hinweise an und bekamen unsere Falkner-Handschuhe verteilt, damit wir auch aktiv mitmachen konnten. Grundsätzlich brauchte man hier keine Vorerfahrung – mit der passenden Anleitung und etwas gesundem Menschenverstand kam man sehr gut mit den trainierten und an Menschen gewöhnten Vögeln klar. Trotzdem musste man natürlich aufmerksam bei der Sache sein und immer etwas aufpassen, da besonders die größeren Greifvögel auch ordentliche Klauen haben. Da half der aus dickem Leder gemachte Handschuh schon sehr viel, aber der restliche Arm konnte auch mal eine ausgerutschte Kralle abbekommen und auch den Schnabel behält man besser im Blick.

Nach der kurzen Runde ging es dann auch gleich rüber zu den Volieren und wir waren starteten direkt mit einem Highlight: als erstes durfte der Steinadler Bruno ausfliegen und wurde dafür von unserem Falkner abgeholt und mit einem GPS-Sender versehen (falls er denn doch mal stiften gehen sollte, die Tiere fliegen schließlich frei). Aber uns wurde keineswegs langweilig: kaum war alles vorbereitet, durften wir das majestätische Tier auch schon auf die Hand nehmen und seine vollen drei Kilo auch selber tragen. Dazu bekam Bruno seine Haube aufgesetzt, die einfach nur dafür da ist, dass die ganzen neuen Gesichter ihn nicht stressen und er entspannter bleiben kann.

Sebastian hat den Steinadler Bruno mit seiner Haube auf der Hand (© Cornelia Hebrank, 2024)
Sebastian mit seinem neuen Freund Bruno
(© Cornelia Hebrank, 2024)

Nun machten wir einen kurzen Abstecher zur Waage, da man bei Greifvögeln genau auf ihr Gewicht achten sollte, und dann war es so weit und er durfte fliegen. Bei einer Spannweite von knappen zwei Metern, entsprechend langen Krallen und ordentlich Wucht im Anflug wird der Steinadler typischerweise auf einen Holzblock geflogen. Damit der Vogel dabei mitmacht, möchte er natürlich passend entlohnt werden, also wird das Futter (in Portionen von halben Küken aus dem Tiergarten-Versand) auf den Holzblock gelegt und das Zeichen zum Anflug gegeben.

Schnell zeigte sich, dass Bruno einen bestimmten Lieblingsbaum und sogar -ast hatte, auf den er sich zwischen den Landungen bei uns setzte. Je nach Wetterverhältnissen und Wind fliegt so ein Greifvogel mal mehr oder weniger, aber in jedem Fall waren besonders die Abflüge und Landungen faszinierend zu beobachten: dabei werden die Flügel genau zum richtigen Moment etwas aufgestellt oder gedreht, um passend aufzukommen, und man merkt sofort, was für Flugkünstler diese Tiere doch sind. Am Anfang war der Adler auch voll bei der Sache und als er dann am Ende deutlich zögerlicher abflog, wurde das Training mit einer ordentlichen Portion Futter auf der Hand des Falkners beendet.

Der Steinadler sitzt auf einem Holzblock mit halb ausgebreiteten Flügeln und geöffnetem Schnabel (© Cornelia Hebrank, 2024)
Steinadler Bruno direkt nach seiner Landung auf dem Holzblock (© Cornelia Hebrank, 2024)

Damit er auch noch ein bisschen etwas anderes als seine Voliere sehen durfte, setzten wir Bruno auf seinem Platz im schattigen Wäldchen ab und banden ihn dort fest, bevor wir weitere Greifvögel holen gingen. Wir waren zum Mitmachen da, also bekamen wir verschiedene Vögel zum Mitnehmen und so lernte ich den Sakerfalken Arthur kennen, der als deutlich kleinerer und leichterer Vogel sehr angenehm zu tragen war.

Fürs erste wurden alle Tiere auf ihre passenden Plätze im Wäldchen gesetzt, und die meisten warteten auf ihren späteren Einsatz und sahen sich solange gemütlich um. Nicht so bei Hedwig, der (männlichen) Schneeeule – der alte Herr ist mittlerweile im Ruhestand und verbringt seine Tage damit, noch ein bisschen auf dem Boden herumzuspazieren, aber fliegt nicht mehr viel. Was wir bei ihm aber noch lernten: Schneeeulen in Filmen werden praktisch immer von männlichen Tieren gespielt, da diese fast komplett weiß sind, während die Weibchen mehr braune Flecken im Gefieder haben.

Ein Schneeeulenmännchen auf dem Waldboden (© Cornelia Hebrank, 2024)
Heute mal zu Fuß unterwegs – die Schneeeule Hedwig (© Cornelia Hebrank, 2024)

Falkner 1×1: Anflüge auf die eigene Hand

Nachdem dann diese Runde der Greifvögel gemütlich Platz genommen hatte, holten wir das nächste Highlight aus seinem Gehege – der kleine Buntfalke Calimero sollte unsere erste Flugerfahrung werden. Diese Art, die eigentlich aus Amerika kommt, ist von der Größenordnung her eher bei den normalen Singvögel als bei den größeren Jägern und hat dadurch so kurze und kleine Krallen, dass man ihn auch problemlos auf der Haut sitzen lassen kann. Entsprechend ist es bei dem Falkchen auch nicht weiter wichtig, dass er immer nur den Handschuh anfliegt – stattdessen durfte er einfach frei und fröhlich zwischen uns im Kreis umherfliegen und bekam immer nach ein paar Flügen einen Happs vom Falkner gefüttert.

Das war ein sehr putziges Erlebnis, mit einem Falken auf dem Finger, der Schulter oder auch mal dem Kopf. Außerdem sorgte es dafür, dass man aufmerksam blieb, weil man nie wusste, wer als nächstes angeflogen werden würde. Und es war einfach toll, so ein kleines, prachtvolles Tier auf sich sitzen zu haben. Wir hatten alle viel Spaß dabei und genossen die Rundflüge, bis Calimero dann auch langsam etwas gemütlicher wurde und seine tägliche Flugzeit geleistet hatte. Leider durfte er nicht gemütlich im Schatten Platz nehmen, da er in das Beuteschema von Katzen fällt…

Nach diesem putzig-kleinen Anfang durfte es dann etwas größer werden: der Wüstenbussard Gonzo, auch eigentlich eine amerikanische Art, war auf seinem Sitzplatz schon ungeduldig geworden und freute sich sichtlich auf den Ausflug. Dieser Vogel mochte es, das Hausdach anzufliegen statt einem Ast und entsprechend stellten wir uns weit genug weg, dass der Flug sich gut lohnte.

Nun bekamen wir auch gezeigt, wie wir uns für einen Anflug passend hinstellen sollten: man dreht sich hierbei immer so, dass man den anzufliegenden Arm mit dem Lederhandschuh seitlich vom Körper hält. Der Hintergrund ist, dass man so nicht im Weg steht, falls eine Landung mal nicht so gut klappt und der Greifvogel auf der anderen Seite des Arms weiterfliegen muss – dann möchte man das Tier nicht mit voller Wucht in den Oberkörper bekommen. Ein weiterer Trick, den wir grade schon an Calimero hatten ausprobieren können, ist es, den Handschuh hochzuhalten, so dass die Hand deutlich höher ist als der Rest vom Arm. Greifvögel sitzen am liebsten auf dem höchsten Punkt und dadurch ist dann die Gefahr geringer, dass eine Kralle neben dem Handschuh landet.

Nahaufnahme vom Wüstenbussard Gonzo auf einem Handschuh (© Cornelia Hebrank, 2024)
Die Krallen des Wüstenbussards sind schon was anderes als die von dem kleinen Buntfalken!
(© Cornelia Hebrank, 2024)

Entsprechend vorbereitet durften wir dann im Wechsel den Anflugplatz für Gonzo präsentieren. Es ist schon ein unglaublich besonderes Gefühl, so einen Jäger gezielt auf sich selbst zufliegen zu sehen und für mich war auch ein Augenblick von etwas nervöser Aufregung dabei, bis er dann auf dem Handschuh sitzt und man weiß, dass er brav gemacht hat was er sollte. Diese Tiere verdienen einfach den passenden Respekt und man muss auf Augenhöhe mit ihnen umgehen, das merkt man in der Arbeit mit ihnen schon immer wieder. Jedenfalls war es ein tolles Gefühl, so direkt mit dem Bussard interagieren zu können und aktiv von ihm angeflogen zu werden. Auch diese Größe von Greifvogel hat schon eine beachtliche Kraft in der Landung und im Abflug, wenn das Tier sich abstößt…

Nachdem Gonzo einige Runden auf unsere Hände gedreht hatte, hatte auch er sich seine Tagesration verdient und wurde schon etwas entspannter auf seinen Sitzplatz zurück gebracht. Wir konnten gar nicht glauben, dass es schon Mittagszeit war – die Zeit war wirklich wie im Flug vergangen!

Der Wüstenbussard sitzt auf seinem Platz und schüttelt die Flügel (© Cornelia Hebrank, 2024)
Und dann hat es sich Gonzo wieder im Schatten bequem gemacht, ist aber immer noch ziemlich aktiv und unruhig (© Cornelia Hebrank, 2024)

Aber natürlich sagten wir nicht nein, als uns ein ausgesuchtes regionales Mittagessen mit selbstgebackenem Brot und selbstgemachten Aufstrichen, sowie Käse und Wurst von den Nachbarbauern angeboten wurde. Während wir aßen, ging die Unterhaltung weiter und wir lernten noch mehr über die Falknerei. Greifvögel lassen sich recht gut mit Katzen vergleichen – sie haben ihren eigenen Kopf und können zwar konditioniert werden, aber werden nie wie ein Hund aufs Wort folgen. Das meiste Training ist recht nah an klassischer Konditionierung und der Rest ergibt sich dadurch, dass der Greifvogel lernt, dass er beim Menschen gut behandelt wird und gutes Futter bekommt, ohne zu viel dafür tun zu müssen. Auch daher ist das richtige „Einstellen“ des Vogels wichtig fürs Training: wenn der Greifvogel zu viel Futter bekommt, dann kann es sein, dass die Ration zum Abschluss des Flugtrainings nicht als Motivation ausreicht, um zurückzukommen. Wenn er aber zu wenig bekommt, dann sieht vielleicht die Maus auf der Wiese hinterm Haus doch leckerer aus als das Stückchen Küken in der Hand des Falkners und er geht selbst auf die Jagd…

Nach der kurzen Pause waren wir hoch motiviert, die verbleibenden Stunden noch so gut wie möglich auszunutzen, aber stellten nach dem Sitzen im Schatten nochmal fest, wie heiß es mittlerweile geworden war. Ein typischer Sommertag eben, der nicht nur uns das Leben schwer machte sondern natürlich auch das Fliegen für die Greifvögel anstrengender machte. Ähnlich wie Hunde müssen die Tiere hecheln, um sich abzukühlen – und auch wenn man sich das bei einem Vogel schwer vorstellen kann, klingt es gar nicht so anders. Wir würden es gleich zu hören bekommen…

Nun war der zweite Adler Prinz, als Steppenadler ein bisschen kleiner als der Steinadler, an der Reihe und wir waren überrascht zu hören, dass auch er auf unsere Hand fliegen würde. Dabei hatte er wieder einen anderen Platz zum Abfliegen: einen kleinen Holzblock am anderen Ende der Wiese. Prinz war auch schon absolut bereit für seinen Einsatz und machte sich gleich mit breiten Schwingen auf den Weg.

Diese Größe von Greifvogel ist dann doch nochmal etwas anderes, und es brauchte schon ein bisschen Mut, sich da als Landeplatz anzubieten. Aber auch Prinz machte seine Sache sehr professionell und landete mit einem ordentlich kräftigen Griff auf dem Handschuh. Um ihm den Abflug zu erleichtern, drehten wir uns immer entsprechend um, sodass er direkt nach dem Fressen wieder zu seinem Holzblock schauen konnte. Die ersten Flüge gingen auch recht flott – man musste nur ein bisschen damit rechnen, mal einen Flügel auf den Kopf zu bekommen.

Nach ein paar Flügen war es dann aber so weit: der Steppenadler landete auf der Hand und musste nach dem Fressen erstmal hecheln, bevor er wieder abfliegen wollte. Wir fanden das erstmal echt schön, weil man Prinz dabei gut aus der Nähe betrachten konnte, aber merkten dann doch auch recht schnell, dass wir es nicht gewöhnt waren, die über zwei Kilo länger mit dem hoch gehaltenen linken Arm zu heben. Trotzdem gab es da kein Zaudern – ich würde mir doch nicht wegen ein bisschen Muskelkater am nächsten Tag einen Steppenadler-Flug entgehen lassen! Und so flog Prinz bei jedem von uns dreimal auf die Hand, bevor auch er seinen Arbeitstag beenden durfte.

Ein passender Abschluss mit den Jagdfalken

Für uns ging es nun mit den Namensgebern des Falkner-Berufs weiter: den Jagdfalken. Dafür hatten wir Arthur, mit dem ich vorhin schon Bekanntschaft schließen durfte, und Lara, die wir direkt am Ende der Mittagspause auch noch herausgeholt hatten. Diese Mischung aus Ger- und Lannerfalke ist in der Jagd üblich, um das Verhalten und die Eigenschaften des Vogels zu optimieren, auch wenn eine Kreuzung nur durch menschliches Eingreifen möglich ist. Lara war auf jeden Fall eine ausgezeichnete Flugkünstlerin und durfte uns nun an einem Wachtel-Federspiel zeigen, wie wendig so ein Falke eigentlich sein kann.

Ein Federspiel ist eine Beutetier-Attrappe, die an einem Stock mit Seil befestigt ist, sodass der Falkner das „Beutetier“ durch die Luft „fliegen lassen“ kann. Damit ist das eine Art des Jagd-Trainings, da der Falke hier aktiv das Beutetier anfliegen muss und versucht, es zu schlagen. Der Falkner muss dabei aber auch geschickt und schnell genug sein, um die Jagd über mehrere Anflüge gehen zu lassen und dafür das Federspiel schnell genug wegziehen. Entsprechend ist es spannend, diese Technik zu beobachten.

Der größte Unterschied zum auf-die-Hand-fliegen, den wir gleich feststellen konnten, war die Geschwindigkeit, die Lara beim Anflug aufbaute. Aufgrund der vielen Bäume rund um die Wiese musste sie ein ganzes Stück von uns wegfliegen, um gute Sicht auf die Beute zu bekommen und dann im Jagdflug auf die Wachtel angeschossen zu kommen. Tatsächlich fiel es uns schwer, den Falken durchgehend im Blick zu behalten, so schnell war sie unterwegs. Aber natürlich ist diese Art von Training auch anstrengend für den Greifvogel und so wurde die Wachtel doch auch „recht schnell müde“ und Lara durfte sie reißen und ihre Belohnung verzehren.

Als sie damit auf dem Gras saß, konnten wir gleich noch ein anders Verhalten beobachten: sie schirmte ihre Beute mit groß aufgestellten Flügeln ab. Das dient dazu, die Beute nicht von oben sichtbar zu machen, damit anderen Beutegreifern möglichst nicht auffällt, dass hier etwas zu holen ist. Alternativ ziehen die Greifvögel ihr Futter auch gerne unter Büsche oder sonstigen Sichtschutz, aber hier auf der offenen Wiese war nichts davon zu haben. Auch wurde Lara bald wieder vom Falkner mit weiterem Futter auf die Hand genommen, da man bei einem Jagdvogel ja möchte, dass dieser das geschlagene Tier dem Menschen überlässt und dafür seine Belohnung bekommt.

Sobald die Falkendame dann wieder auf ihrem Warteplatz saß, waren wir wieder dran. Arthur konnte durch eine bereits verheilte Verletzung nicht mehr aktiv jagen, aber noch gemütlich fliegen, und war daher der perfekte Übungsvogel für uns. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und bekamen nun pro Gruppe eine Falknertasche und Kükenbeine zum Verfüttern. Ich hätte davor auch nicht gedacht, dass ich freiwillig solche Beinchen verteilen würde, aber hey, man lernt immer dazu.

Und dann durften wir den lieben Sakerfalken zwischen uns hin und her fliegen lassen und damit nochmal zeigen, dass wir aufgepasst hatten. Wichtig war auch, dass wir erst nach seinem Abflug das nächste Futter aus der Tasche ziehen durften – sonst wäre er natürlich gleich dageblieben, statt abzufliegen. Aber zum Glück bin ich in der Art von Zeitmanagement ja ganz gut, und so bekamen wir das mit unseren zwei Gruppen auch sehr schön hin. Arthur hatte zusätzlich noch die Gewohnheit, sich gerne zu fest am Handschuh festzuhalten, daher galt bei ihm, dass er sich selbst umdrehen musste, wenn er auf unserer Hand saß – aber auch das klappte wirklich gut.

Ohne wirkliche Schwierigkeiten ließen wir den Falken fliegen und landen und umdrehen und wieder fliegen. Jeder durfte mehrfach und es war wirklich schön anzusehen, auch wenn es echte Konzentration erforderte, da es mit der kurzen Flugstrecke doch echt schnell ging. Viel zu schnell waren die „Leckerlis“ aus und wir mussten Arthur wieder zurück auf seinen Platz bringen – aber das Erlebnis war ein tolles!

Nun war das aktive Fliegen leider schon wieder vorbei – die Zeit war nochmal wie im Flug vergangen – und auch Arthur kehrte zufrieden auf seinen Platz zurück. Noch war aber nicht alles vorbei: wir hatten ein paar Fragen zu den Steinadlern gestellt und sollten nun auch noch die größere Steinadler-Dame kennenlernen. Bei den Adlern sind die Weibchen typischerweise schwerer und größer als die Männchen, sodass dieses Tier eine Spannweite von über zwei Metern hatte – und Klauen, vor denen wir gerne Abstand hielten. Trotzdem war es natürlich spannend, sie zu sehen und festzustellen, wie groß diese Tiere tatsächlich werden können.

Nachdem wir dann eh schon bei den unteren Volieren waren, machten wir auch noch einen Abstecher zum putzigen Waldkauz, einer der häufigsten einheimischen Eulenarten. Der schimpfte uns erstmal, weil wir ihn in seinem Schlaf störten – ist ja auch eine Frechheit – und blinzelte entsprechend etwas schlaftrunken vor sich hin. Der Besuch lohnte sich für uns aber auf jeden Fall, da man nur selten einen Kauz in solcher Nähe betrachten kann.

Mit müdem Blick guckt der Waldkauz von seinem Schlafplatz runter (© Cornelia Hebrank, 2024)

Damit war der Erlebnistag dann auch leider schon vorbei und wir setzten uns nochmal für einen kurzen Ausklang mit abschließender Fragerunde zusammen, bevor wir uns verabschieden mussten.

Fazit: mal selbst Falkner sein

Abschließend lässt sich sagen, dass Sebastian und ich sehr viel Spaß bei der Sache hatten und wieder einmal auch viel lernen konnten. Der Ablauf war gut gemacht, wir wurden die ganze Zeit gut unterhalten und nett angeleitet und hatten wirklich das Gefühl, den Greifvögeln deutlich näher gekommen zu sein. Meine persönlichen Highlights waren die Zeit mit Arthur, sowohl mit ihm auf meiner Hand als auch dann beim selber fliegen lassen, und das Erlebnis mit Prinz, einen Adler auf der eigenen Hand landen und starten zu lassen. Auch Sebastian fand den Tag schon von Anfang an sehr beeindruckend: er durfte den Steinadler Bruno von seiner Voliere bis zur Vogelwaage tragen, und war dabei schon fasziniert davon, das prachtvolle Tier aus solcher Nähe kennenzulernen. Für ihn sind besonders die Nähe zu den Greifvögeln und die Falkner-Perspektive mit den spannenden Hintergrundinformationen hängen geblieben.

Insgesamt war es ein toller, sehr kurzweiliger Tag und ein sehr besonderes Geburtstagsgeschenk, an das ich mich noch lange freudig erinnern werde. Wenn ihr also neugierig geworden seid und das selber mal probieren wollt, dann schaut doch mal auf der Webseite vom Falkenhof vorbei. Unser Erlebnistag war nur eins der verschiedenen Angebote – es geht auch kürzer oder exklusiver. Auf jeden Fall war es ein super Erlebnis und wir können es nur weiterempfehlen!


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Veröffentlicht von

Eine Antwort zu „Natur nahe Nürnberg: Einen Tag Falkner sein“

  1. Avatar von ritahebrank
    ritahebrank

    Diese Greifvögel direkt aus der Nähe zu sehen und sie selbst zu halten ist schon was Besonderes.

    Ein Geschenk, das Freude machte 🙂

    Gefällt 2 Personen

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Frau mit Telemetrie-Equipment (© Sebastian Sperling, 2024)

Ich bin Conny und aktiv im Naturschutz unterwegs. Mit meinem Hintergrund in Biologie und Informatik schreibe ich über verschiedene Themen, die mir wichtig sind und die mir Spaß machen.

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