Heute gibt es zur Abwechslung mal wieder was ganz Aktuelles zu erzählen: wir waren letztes Wochenende im Schwarzwald und haben uns ein paar freie Tage gegönnt. Das tierische Highlight dabei war ein Tagesausflug mit Freundinnen in den Alternativen Wolfs- und Bärenpark. Dort findet man in einem Tal mit großen Gehegen eine Mischung aus Braunbären, Wölfen und meistens viel zu gut versteckten Luchsen.

Ich kenne die Stiftung für Bären mit ihren beiden Parks schon länger und freue mich immer wieder darauf, einen Ausflug zu den Bären zu machen – und trotz der etwas längeren Anreise ist es das auch jedes Mal wieder wert. Na, habt ihr Lust, uns durch den Park zu begleiten?

Ein Braunbär komm auf die Kamera zugelaufen (© Cornelia Hebrank, 2025)
Willkommen im Bärenpark! Wir wurden gleich neugierig beäugt… (© Cornelia Hebrank, 2025)

Badender Braunbär und neugieriger Wolf

Schon am Eingang des Parks wurden wir direkt darauf hingewiesen, dass es sich hierbei nicht um einen Zoo oder ein Wildgehege handelt, sondern um ein Tierschutzprojekt. Daher gibt es auch keine festen Fütterungszeiten oder -orte, damit die Bären fit bleiben. Entsprechend ist jeder Besuch ein kleines Abenteuer, weil man vorher nie so genau weiß, was man dieses Mal erleben darf.

Wir hatten jedenfalls echt Glück: kaum waren wir zu den ersten Gehegen gelaufen, warteten auch schon ein paar Bären auf uns. Ein etwas Kleinerer beobachtete uns direkt von der anderen Seite des Zauns, bevor er sich gemütlich setzte und den Morgen weiter genoss.

Ein Gehege weiter waren zwei Bären dabei, den kleinen natürlichen Bach für ihre morgendliche Wäsche zu nutzen. Als wir kamen, kletterte der eine gerade aus dem Wasser und machte es sich im Grünen bequem, während der zweite seinen Platz übernahm. Wir konnten ihn daraufhin dabei beobachten, wie er sich mit absolutem Genuss an den Steinen rieb und dabei keine einzige Stelle seines Körpers auslassen wollte. Am Ende räumte er dann noch die Pflanzen aus dem Bach ab, um ganz erstaunt zu schauen, als er sie plötzlich in der Pfote hatte – wir fanden es auf jeden Fall sehr lustig!

Als es dann wieder ruhiger wurde, zogen wir weiter auf der Suche nach mehr Bären und natürlich auch Wölfen und Luchsen! Denn während man eigentlich immer recht schnell einen Bären irgendwo entdecken kann, sind die kleineren Vierbeiner deutlich versteckter unterwegs. Irgendwann findet man meistens die Wölfe auch noch, aber bisher habe ich nur ein einziges Mal einen Luchs erwischt.

Doch erstmal blieb alles ruhig um uns herum und außer dem Rascheln im Wind konnten wir nichts ausmachen. Die Gehege sind nämlich wirklich weitläufig, sodass man sie meistens gar nicht komplett überblicken kann, und zusätzlich haben die Tiere noch Rückzugsbereiche, in denen sie sich noch besser verstecken können.

Also wanderten wir weiter und sahen uns die kleine Ausstellung zu Bienen und Imkerei an, bei der man in einen Bienenstock hinter einer Glaswand schauen konnte, und lernten nochmal eindrucksvoll, wie wichtig die kleinen Helferlein für die Bestäubung von Pflanzen sind. Ohne Bienen geht es manchen Pflanzenarten extrem schlecht, sodass Imker teilweise mit ihren Bienenvölkern umherziehen und zu bestimmten Zeiten in entsprechenden Gebieten unterwegs sind, um für ausreichend Bestäubung zu sorgen…

Nach diesem Ausflug in die Welt der Bienen zeigten sich dann auch die ersten Wölfe, wenn auch nur kurz. Wir konnten trotzdem ein paar Blicke erhaschen, während wir die Infotafeln durchlasen – und weil einige Hunde im Park unterwegs waren und diese die eine Wölfin praktisch anzogen. Sie war nämlich als „Haustier“ aufgewachsen und wollte daher mit den Hunden spielen, was absolut kein natürliches Verhalten für einen Wolf ist. Um sie wieder mehr in die natürlichen Verhaltensweisen zurückfinden zu lassen, gibt es an ihrem Gehege daher auch extra Infoschilder, dass man mit einem Hund nicht stehenbleiben und nicht mit der Wölfin interagieren soll. Und zum Glück machen die meisten der Besucher das auch passend mit – viele gehen ja auch bewusst in diese Art von Park statt in den Zoo.

Hintergründe des Parks

Damit haben wir auch das nächste Thema schon ein bisschen angeschnitten: was macht diesen Park eigentlich aus? Entstanden sind die beiden Projekte in Worbis und im Schwarzwald als Auffangstationen für misshandelte Bären, denen ein besseres Leben geboten werden sollte. Dafür wurde zunächst der Park in Worbis gebaut, und dann als zweites Projekt dieses Tal im Schwarzwald zu einer Bärenheimat umgewandelt.

Blick auf ein Waldgehege mit Bär (© Cornelia Hebrank, 2025)
Diese sehr naturnahe Art von Gehege ist kein Vergleich zu den kleinen Beton- oder Sandgruben in vielen Zoos, in denen Bären gehalten wurden. (© Cornelia Hebrank, 2025)

Vielleicht erinnert ihr euch noch an den „Problembären“ Bruno, der vor einigen Jahren in den Alpen erschossen werden musste. Seine Mutter und er waren von einem Hotelbesitzer angefüttert worden und hatten dadurch die Scheu vor Menschen verloren, was sie extrem gefährlich machte – aber nicht ihre Schuld war. Um zumindest das Muttertier zu retten, musste eine neue Behausung in Gefangenschaft für sie gefunden werden, und das war der Bärenpark in Schwarzwald, in dem Jurka so eine neue Heimat gefunden hat. Sie war damit die erste Bewohnerin dieses Parks, der mittlerweile deutlich gewachsen ist und eine bunte Mischung aus Bären, Wölfen und Luchsen beinhaltet.

Denn leider gibt es immer noch und immer wieder Tiere in grausigen Haltungsbedingungen, die ein deutlich besseres Leben verdient haben. So organisiert die Stiftung für Bären auch regelmäßig Rettungsaktionen, bei denen Bären, Wölfe oder Luchse aus ihren schlechten Bedingungen übernommen und in den Bärenpark entlassen werden.

Nach vielen Jahren oder einer kompletten Kindheit in Gefangenschaft können diese Tiere leider nicht einfach zurück in die Natur gelassen werden, weil sie viele natürliche Verhaltensweisen verlernt oder nie gelernt haben. In den großen Gehegen in den beiden Parks können sie ihre häufig stark ausgeprägten Verhaltensstörungen aber langsam wieder verlernen und sich mehr tierisch verhalten. Da die Tiere zusammenleben, müssen die Bären ihr Futter gegen die Wölfe verteidigen und mit anderen interagieren – und sich ihr Futter von den verschiedenen Stellen im Gehege zusammensuchen, da jeden Tag wo anders gefüttert wird.

Aber diese Anpassung passiert natürlich auch nicht von heute auf morgen, sodass der Park im Schwarzwald aktuell eine Erweiterung aufbaut, die eine Bären-Reha werden soll. Dort werden die Besucher keinen Zugang haben, um den neu angekommenen Bären erstmal mehr Ruhe und natürliche Umgebung zu gönnen. Aktuell gibt es an einigen Gehegen auch Hinweisschilder, dass man den Tieren keine Aufmerksamkeit schenken soll, wenn sie bestimmte angelernte Verhaltensstörungen zeigen. Wenn wir als Besucher uns daran halten, dann können wir dabei helfen, dass es den Tieren möglichst schnell besser geht.

Gemütlicher Nachmittag mit mehr Infos

Doch zurück zu unserem Spaziergang zwischen den Gehegen. Im zweiten Teil der Runde gab es noch deutlich mehr Infoschilder zu lesen und schöne Tiere zu sehen. Als wir gerade die Kehre am Ende umrundet hatten, bemerkten wir drei Wölfe, die es sich auf dem Dach ihrer künstlichen Höhle gemütlich gemacht hatten. Sie lagen faul dösend herum und genossen sichtbar den schönen Tag – bis das Geräusch des Parkgefährts zumindest einen von ihnen zum Aufstehen brachte. Nachdem es aber kein Futter gab, kam auch er bald wieder zurück…

Zwei Wölfe auf dem Dach ihres Unterschlupfes (© Cornelia Hebrank, 2025)
Auch als Wolf darf man einfach mal faul sein und ein bisschen in der Sonne liegen – schon praktisch dieses Dach! (© Cornelia Hebrank, 2025)

Wir ließen die drei also gemütlich ruhen und zogen weiter zu den nächsten Bären, die wieder ein extrem putziges Bild abgaben. Zuerst beobachteten wir zwei, die weiter unten im Tal unterwegs waren, und dann kamen wir sogar nochmal an zwei anderen direkt am Zaun vorbei.

Zum Glück gibt es immer wieder Fotoöffnungen in den Zäunen, sodass wir die beiden gemütlichen Gesellen nicht nur entspannt beobachten konnten, sondern auch noch ein paar hübsche Fotos davon haben. Irgendwie strahlen Braunbären in diesem Setting für mich einfach jedes Mal wieder eine ganz besondere Ruhe aus, bei der man einfach nur genießen und entspannen möchte.

Dann hatten wir die Runde schon fast geschafft und auch im letzten Gehege konnten wir leider keinen Luchs entdecken. Unsere Vermutung war, dass es denen zu laut war und sie daher lieber in ihrem Versteck blieben. Aber etwas schade war es trotzdem.

Dafür gab es dann im Imbiss Bärenblick, einem schönen Blockhaus mit Bärenverzierung, ein kleines Mittagessen – nachdem ja auch die Braunbären zu 80% vegetarisch fressen, war die Speisekarte daran angelehnt, mit genügend Optionen für alle Essenswünsche. Hier merkte man auch, dass doch einiges los war, während es sich sonst im Park ziemlich gut verlief und nie zu voll war.

Zum Abschluss mussten wir noch eine zweite Runde drehen, wenn auch etwas schneller, da wir ein bisschen Sorgen vor dem für den Nachmittag angekündigten Regen hatten. Dieses Mal gingen wir in die Gegenrichtung und konnten noch ein paar schöne Blicke auf die Wölfe erhaschen, bevor uns ein besonders malerisch auf einem Rohr liegender Bär einen tollen Abschlussanblick bescherte.

Ein Braunbär liegt auf einem Betonrohr und döst (© Cornelia Hebrank, 2025)
Genau so einen gemütlichen Tag hatten wir auch! Bloß nicht stressen lassen und lieber das schöne Wetter genießen! So lässt es sich leben! (© Cornelia Hebrank, 2025)

Damit ging unser wunderschöner Kurzausflug zu Ende und wir machten uns langsam aber sicher auf den Rückweg zum Hotel. Und wie jedes Mal kann ich nur sagen, dass es eine absolut schöne und entspannende Zeit im Alternativen Bärenpark war. Also wenn ihr in der Nähe vom Schwarzwald oder von Worbis wohnt oder mal dort Urlaub macht und Bären mögt, dann schaut doch mal bei einem der Projekte der Stiftung für Bären vorbei und lasst den Tieren meine lieben Grüße da!

Mein Partner Sebastian und ich haben uns jedenfalls entschlossen, diese Tiere noch etwas mehr zu unterstützen und jeweils eine Patenschaft übernommen. Er hat sich dafür Hero ausgesucht, einen jungen Luchs, der eigentlich für ein Wiederauswilderungsprojekt gezüchtet wurde, aber wegen einer Behinderung beinahe hätte sterben müssen. Stattdessen darf er jetzt zum Glück durch den dichten Bewuchs im Schwarzwald schleichen.

Meine Patenschaft ist für die Bärin Jana, die mit ihrer Schwester Julija durch illegalen Wildtierhandel schon jung in einem Freizeitpark gelandet war und dort die Besucher belustigen sollte. Nach langen Bemühungen konnten die beiden vor dem Geschrei und den gefütterten Bonbons gerettet werden und wohnen nun gemeinsam in einem der Gehege im Schwarzwald. Diese Patenschaften helfen dem Park dabei, das Futter und die Pflege für die Tiere zu finanzieren – so ein Bär frisst nämlich ganz schön was weg. Falls ihr also nicht in die Region kommt, dann schaut doch trotzdem mal auf der Website des Parks vorbei – und wenn ihr mehr bärige News wollt, dann kann ich deren Newsletter empfehlen.


Bleib auf dem Laufenden und abonniere Wildlifegirl Stories – Abenteuer in der Natur

Trage dich hier für den Newsletter ein, dann wirst du über jeden neuen Eintrag informiert!
(Achtung: du bekommst erst eine Bestätigungsemail, bevor das Abo funktioniert)

3 Antworten zu „Kurzurlaub im Schwarzwald – Waldspaziergang mit Bärenblick“

  1. Avatar von theduck.blog

    Das ist eine tolle Einrichtung! Da waren wir auch schon 🥰

    Gefällt 1 Person

  2. Avatar von ritahebrank
    ritahebrank

    Oh ja, der Schwarzwälder Wolf- und Bärenpark ist sehr schön gelegen und man kann sich dort lange aufhalten – auf einem schönen Rundweg, der immer wieder überraschende Blicke auf die Tiere bietet.

    Der Park in Worbis, Thüringen ist auch echt toll. Wenn man die Geschichten der Tiere liest, ist man echt froh, dass es solche Auffangparks gibt, die es ermöglichen, ein Leben zu führen, das diesen Namen auch verdient.

    Gefällt 1 Person

Hinterlasse eine Antwort zu theduck.blog Antwort abbrechen

Hey! Schön, dass du auf meinem Blog gelandet bist!

Frau mit Telemetrie-Equipment (© Sebastian Sperling, 2024)

Ich bin Conny und aktiv im Naturschutz unterwegs. Mit meinem Hintergrund in Biologie und Informatik schreibe ich über verschiedene Themen, die mir wichtig sind und die mir Spaß machen.

Falls euch dieser Eintrag gefallen hat, dann könntet ihr auch Lust haben,
→ etwas über bedrohte afrikanische Arten zu lernen,
→ meinen Bericht über den Workshop zu Wölfen in Deutschland zu lesen,
→ oder vielleicht etwas über Technik im Naturschutz zu erfahren.