Alles blüht, draußen wird es wärmer und es lädt zum Spaziergang ein. Also ab und raus ins Grüne! Natürlich genieße ich die Natur auch am liebsten direkt unter freiem Himmel, aber das geht ja nicht immer – ob es doch mal gewittert oder man wegen dem Sonnenbrand lieber mal einen Tag drinnen macht, manchmal möchte man gemütlich auf dem Sofa sitzen und lieber gedanklich im Grünen sein.

Dafür gibt es meiner Meinung nach nichts Besseres als ein gutes Buch mit atmosphärischen Beschreibungen, die einen direkt mit an den Ort des Geschehens nehmen. Ich persönlich lese gerne und viel, vor allem abends vor dem Schlafen, aber auch mal am Wochenende in meinem Sessel am Fenster in der Morgensonne. Und immer wieder finde ich dabei Bücher, die mich einfach mitnehmen und mir neue Umgebungen oder auch Altbekanntes in einem anderen Licht zeigen…

Also habe ich heute ein paar schöne Bücher für euch dabei, falls ihr mal noch mehr zum Lesen sucht und auch vom Sofa aus in die afrikanische Wildnis, die schroffe irische Küste oder die Marschlandschaften der amerikanischen Ostküste entfliehen wollt. Ich hoffe, dass da auch für euch noch was dabei ist!

Ein afrikanisches Reservat – und Elefanten

Fangen wir doch mit einem Buch an, das mich jederzeit wieder in die afrikanische Wildnis zurückversetzt, der ich durch meine vielen Reisen so verbunden bin. In „Der Elefantenflüsterer“ berichtet Lawrence Anthony darüber, wie er in Südafrika ein kleines Reservat aufgebaut hat und dort auch die ersten Elefanten der Region ansiedeln durfte.

Das Ganze war tatsächlich eher ein stressiger Zufall als eine wirklich durchgeplante Aktion, denn die besagte Elefantenherde hatte in ihrer bisherigen Heimat für zu viel Chaos gesorgt und sollte erschossen werden. Das wollte der begeisterte Naturschützer Lawrence natürlich vermeiden und so wurde ihm eigentlich viel zu schnell eine kleine Elefantenherde geliefert…

In dem Buch folgt man den ganzen Schwierigkeiten, die diese Tiere verursacht haben, von Ausbrüchen bis zu Angriffen gegen die Ranger, und bekommt durchgehend mit, wie sehr diese Giganten dem Autoren ans Herz gewachsen sind – trotz aller Umstände. Und natürlich werden nicht nur die Tiere, sondern auch ihre Umgebung mit dieser Liebe beschrieben, sodass man sich wunderbar in die Savanne reinträumen kann, um dort mitzufiebern, wie es den Elefanten (und den um sie besorgten Menschen) ergeht.

Mir persönlich hat auch der Blick hinter die Kulissen gefallen, was für Probleme es bei der Kommunikation mit den Stämmen der Umgebung geben kann, und wie schwierig es wirklich ist, mit so großen Tieren zu arbeiten. Außerdem ist die Erzählung zwar manchmal etwas langsam, nimmt sich damit aber die Zeit, um dieser besonderen Umgebung und den ganzen Erlebnissen gerecht zu werden. Und zwischendurch standen mir auch mal die Tränen in den Augen, denn es ist nicht immer ganz einfach…

Die berührende Geschichte einer jungen Frau – allein in der Natur

Falls es etwas literarischer sein soll, und dafür auch ein bisschen schwerer zu verdauen, dann kann ich „Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens empfehlen. In diesem Buch liegt der Fokus auf der Lebensgeschichte einer Frau, die in der unberührten Marschlandschaft North Carolinas aufwächst und es dabei nicht einfach hat.

Schon in ihrer Kindheit verlässt ihre Mutter die Familie und bald ist Kya mit ihrem oft betrunkenen und abwesenden Vater alleine in der kleinen Hütte im Nirgendwo. Sie besucht keine Schule, aber ist jeden Tag draußen und lernt ihre Umwelt kennen. Als ihr wenige Jahre später ein gleichaltriger Junge anhand von naturwissenschaftlichen Büchern das Lesen beibringt, ist Kyas Leidenschaft klar: sie zeichnet und beschreibt das Marschland, was damals noch recht schlecht erforscht ist.

Diese Erkundung der Landschaft und die Beschreibungen von Vögeln, Bewuchs und der Bootsfahrt durch die kleinen Flüsschen haben für mich eine absolut besondere Stimmung geschaffen, von unberührter Natur fernab der Zivilisation. Nebenher war auch die Lebensgeschichte zwar echt hart, aber auch wirklich faszinierend (das Durchhaltevermögen!) zu verfolgen. Ich konnte sehr mit unserer Protagonistin mitfühlen und fand es spannend, auch die Ausgrenzung und Einsamkeit einer nicht klassisch gebildeten Person von der „normalen“ Gesellschaft so eindrucksvoll dargestellt zu bekommen.

Wer also gerne tiefgründigere, schön und bedacht geschriebene Werke liest und daran Interesse hat, das Leben einer besonderen, naturverbundenen Frau mitzuerleben, der ist hier genau richtig.

Ein lustiger irischer Krimi – aus der Sicht von Schafen

Falls ihr aber lieber etwas Lockeres und Lustiges lesen wollt, dann habe ich auch für euch was Passendes: in „Glennkill“ von Leonie Swann bekommt man einen sehr humorvollen und originellen Einblick in die Gedankenwelt einer Schafsherde, die auf einer irischen Küstenwiese lebt.

Die bunt gemischte Schafsherde hatte ein ruhiges Leben mit ihrem Schäfer George, bis sie diesen eines Morgens mit einem Spaten erstochen auffinden. Erst bricht etwas Panik aus, aber dann erklärt Miss Maple (das intelligenteste Schaf der ganzen Gegend), dass sie herausfinden müssen, was passiert ist. Natürlich ist das als Schaf gar nicht so einfach: man kann zwar super Menschen belauschen, aber immer wenn es gefährlich wird, dann läuft fast die ganze Herde panisch davon. Außerdem machen Menschen einfach keinen Sinn. Die können nicht gut riechen, suchen nach Gras, obwohl die ganze Wiese voll davon ist, und dann ist da noch der fürchterliche Metzger…

Also einfach absolut amüsant und echt schnell zu lesen. Ich musste immer wieder kichern beim Lesen, wenn die Schafe mal wieder etwas komplett anders verstanden haben, als es die Menschen meinten. Außerdem war der Mordfall an sich auch gut aufgebaut und verzwickt genug, dass es so einiges aufzudecken gab, was ich nicht habe kommen sehen. Und das Beste: das Buch wird gerade verfilmt – sprich, wenn es euch gefällt, dann könnt ihr bald auch mal im Kino vorbeischauen und mit den Schafen auf Spurensuche gehen.

Bonus: Indianische Mythen im Fluss (nur auf Englisch)

Zum Abschluss habe ich noch ein weiteres Buch mit aufgenommen, auch wenn es erst auf Englisch erschienen und (zumindest bisher) nicht auf Deutsch übersetzt wurde. Aber da ich einige Lesende kenne, die auch einfach mal was im Original lesen, wollte ich es nicht unerwähnt lassen. Denn falls ihr auch mit den Cowboy- und Indianer-Geschichten aufgewachsen seid wie ich damals, dann könnte euch „Water Lilies of Mishipeshu“ von Karla Cruise ebenfalls interessieren – Indianer mal ganz anders und deutlich realistischer.

Angelehnt an indianische Mythen einer Flussgöttin geht es dabei um das alte Heilwissen der Einheimischen, das in der Form eines botanischen Manuskriptes über die Generationen weitergegeben wird und schließlich auch in der heutigen Zeit ankommt. In diesem Manuskript wird unter Anderem auch eine besondere Seerose beschrieben, die nur abends blüht und halluzinogene Eigenschaften besitzt.

Das Buch liest sich ein bisschen wie eine Sammlung von miteinander verknüpften Kurzgeschichten, da wir in verschiedene Leben der unterschiedlichen Generationen in diesem einen Gebiet rund um einen Fluss im mittleren Westen der Vereinigten Staaten eintauchen. Als roter Faden ziehen sich das Manuskript und ein aus der Seerose gewonnenes Mittel durch die Geschichten – und ein Bussard, der wieder und wieder auftaucht.

Auch in diesen Erzählungen fand ich die Beschreibungen der Natur und besonders dieser Flusslandschaft absolut gelungen, sowohl in ihrer literarischen Form als auch in der Vielfalt der Gegend und der Tiere. Und die Erzählung an sich war durch ihre Struktur erfrischend anders zu lesen, sodass mir nie langweilig wurde und ich einiges über die Behandlung der Indianer gelernt habe.

So, genug Bücher für heute! Ich hoffe euch hat auch dieser sehr untypische Eintrag gefallen und vielleicht habt ihr ja noch was Interessantes zu lesen entdeckt. Falls ihr noch andere tolle naturnahe Romane kennt, dann schreibt eure Empfehlungen gerne in die Kommentare!


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Frau mit Telemetrie-Equipment (© Sebastian Sperling, 2024)

Ich bin Conny und aktiv im Naturschutz unterwegs. Mit meinem Hintergrund in Biologie und Informatik schreibe ich über verschiedene Themen, die mir wichtig sind und die mir Spaß machen.

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